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Regeln beim E-Book Publishing mit InDesign
1. Arbeiten mit Formaten
Auszeichnungen im Text werden beim E-Book nachher durch CSS-Stile definiert. CSS, die Cascading Stylesheets kennt man vor allem aus dem Webdesign. Hier verhält es sich ganz ähnlich. Das ePub das wir nachher exportieren ist im Grunde eine gezippte Datei die eine ganze Reihe von Ordnern und Dateien enthält. Eine HTML-Datei, eine CSS-Datei, eine XML-Datei, ein Ordner mit ev. Bildern u.s.w. Dazu später mehr. Schriften können beim ePub-Export zwar theoretisch mitgegeben werden, jedoch ist das nicht zu empfehlen da die meisten E-Book-Reader eigene Schriftsätze benutzen so dass man sowieso keinen Einfluss darauf hat. Außerdem wird dann die Schrift ins ePub exportiert und wer will kann die Schriften ganz einfach extrahieren durch entzippen der ePub-Datei. Es gibt also auch ein Rechte-Problem dabei …
Man sollte also konsequent mit Absatz und Zeichenformaten arbeiten. Jeder Auszeichnung, ob kursiv, fett oder sonstwas, sollte mit Zeichenformaten definiert worden sein. Ist das noch nicht geschehen, kann man einfach durch Suchen und Ersetzen allen Instanzen Zeichenformate zuweisen. Ein kursives Wort ohne Zeichenformat wird nachher vom Reader ignoriert. In CS5 gibt es zwar jetzt auch die Möglichkeit, lokale Formatierungen dabei zu beachten aber nach wie vor ist es anzuraten, schön sauber mit den Formaten zu arbeiten.
InDesigns verschachtelte Formate funktionieren leider nicht! Um sowas ins ePub zu übertragen müssen die einzelnen Instanzen alle einzeln mit Zeichenformaten formatiert werden.
Nummerierte Listen und automatische Listen mit Aufzählungspunkten können verwendet werden. Am besten auch hier Absatzformate dafür erstellen.
2. Bilder verankern
Wenn in der Publikation Bilder vorkommen, müssen diese unbedingt im Text verankert werden. Die Bilder stehen sonst nachher willkürlich irgendwo aber nicht mehr beim entsprechenden Textteil. Z.B. am Ende des jeweiligen Kapitels. Gibt es eine Bildlegende, sollte diese mit dem Bild zusammen gruppiert und dieser Block dann im Text verankert werden. Der Abstand vor und nach dem Bild muß dann mit »Abstand vor« und »Abstand nach« eingestellt werden. Das Bild verhält sich wie eine Textzeile.
3. Seitenzahlen und Musterseitenobjekte
Das sind zwei Dinge die es beim E-Book nicht gibt. Seitenzahlen machen keinen Sinn weil die Seitenzahlen je nach Reader wechseln würden. Man kann im E-Book-Reader z.B. den Schriftgrad vergrößern, was besonders für Menschen mit eingeschränkten Sehfähigkeiten von Vorteil sein kann. Natürlich umbricht der Text ja in dem Fall anders und die Seitenzahlen würden nicht mehr stimmen.
Objekte die auf der Musterseite liegen werden für die ePub-Ausgabe nicht beachtet. Gibt es da Objekte die man trotzdem integrieren möchte, so muß man diese zuerst von der Musterseite lösen auf den jeweiligen Seiten. Das geht entweder manuell durch Klick mit Apfel (Strg) + Shift auf das Objekt oder via Menü des Seiten-Panels. Möchte man das auf allen Seiten tun, wählt man alle Seiten im Seitenpanel aus und wählt dann den Menübefehl »Alle Objekte von Mustervorlage abtrennen« (Override all Master Page Items).
4. Konsequente Textverkettung
Im E-Book ist der Lestext fortlaufend da es keine echte Seiten gibt so wie bei einem gedruckten Buch. Um den Textfluss zu erhalten sollten alle Textrahmen verkettet sein. Außer es fängt jetzt ein neues Kapitel an. Da muß der Textfluss sogar gebrochen werden.
5. Keine manuelle Trennungen und Zeilenschaltungen
Da es im E-Book keine Trennungen gibt mangels eines vernünftigen Trennprogramms, dürfen auch keine manuellen Trennungen vorhanden sein. Das einzige was geht, ist eine automatische Trennung die in InDesign mit Apfel (Strg) + Shift + – eingegeben wird. D.h. mitten im Satz gibt’s plötzlich eine Zeilenschaltung weil die Zeilen im E-Reader nicht so breit sind wie im Original …
Man kann ganz einfach über Suchen/Ersetzen diese manuellen Zeilenschaltungen suchen lassen und diese entfernen. Dazu suchen wir nach ^n und ersetzen durch einen Leerschlag.
6. Buch erstellen und Dokumente nach Kapitel aufteilen
Im E-Reader gibt es Funktionalitäten wie z.B. ein eigenes interaktives Inhaltsverzeichnis. Klickt man z.B. auf Kapitel 2, springt der Reader sofort an die jeweilige Stelle. Damit dies richtig funktioniert, ist es wichtig jede Sektion der Publikation in ein einzelnes Dokument zu stecken und das Ganze via Buch-Panel in InDesign verwalten. Wer die Buch-Funktion nicht kennt: Einfach Datei – Neu – Buch wählen und dann die Dokumente hier rein ziehen per Drag&Drop und richtig ordnen. Der ePub-Export nachher erfolgt auch aus diesem Buch-Panel.
Für jede Seite, die nachher auch eine separate Seite im E-Book werden soll (Deckel, Widmung, Titelseite, Impressum u.s.w.) muß auch ein eigenes Dokument im Buchpanel erstellt werden.
7. Abstände nur mit Abstand vor/nach
Um im E-Book Abstände zu kontrollieren, muß zwingend mit »Abstand vor/nach« gearbeitet werden. Doppelte oder mehrfache Zeilenschaltungen werden einfach ignoriert:
8. Fußnoten zu Endnoten
Fußnoten werden im E-Book zu Endnoten konvertiert. Da es keinen wirklichen Fuß der Seite gibt sondern der Text fortlaufend ist, können die Fußnoten nicht am Schluss der Kolumne stehen. Im E-Reader wir die Fußnotenzahl zum Link. Klick man drauf, springt man zur entsprechenden Endnote, die sich am Schluss des Kapitels einfach dran hängen.
9. Hyperlinks und Querverweise
Diese beiden können ruhig benutzt werden aber auch hier wieder: Links oder Verweise die zu einer bestimmten Seite springen, das funktioniert nicht. Auf dem Sony-Reader ist Seite 23 nicht gleich Seite 23 in Stanza auf dem iPhone u.s.w.
10. Tabellen
Tabellen aus InDesign werden zu XHTML-Tabellen konvertiert, jedoch nicht weiter formatiert. Das sieht nicht sehr schön aus.
Wenn man die Tabellen trotzdem formatieren möchte, bleibt nichts anderes übrig als die XHTML und CSS-Dateien zu editieren. Dazu muß man die ePub-datei entzippen und nachher wird zurückzippen (was jedoch nicht ohne weiteres funktioniert). Das ist also ein Punkt auf den wir in einer der nächsten InDesign-Version hoffen können (müssen).
11. Metadaten ausfüllen
Schenkt man diesen in der Print-Produktion eher keine große Beachtung, so spielen die Metadaten in der digitalen Welt eine wichtige Rolle. Hier sollte man möglichst viele Felder korrekt ausfüllen. Wir finden diese nachher im E-Book wieder. Wir finden dieses Menü unter Datei – Datei Info (Apfel(Strg)-Alt-Shift-I.
Wichtig ist auch, diese Metadaten im allerersten Dokument betr. die Reihenfolge einzutragen. Bei einem Buch wäre das z.B. das Dokument mit dem Buchcover.
12. Inhaltsverzeichnis erstellen
In einem E-Book gibt es zwei Arten von Inhaltsverzeichnissen: Das Inhaltsverzeichnis am Anfang des Buches, klassisch halt und dazu noch der Inhalt als Navigation, etwa an der linken Seite eines E-Book-Readers. Man sieht die einzelnen Kapitel sowie Unterkapitel die durch ein Plus-Zeichen aufgeklappt werden können. Wie erstellt man nun so eine Navigation? Erst einmal ist es natürlich wichtig wie vorher schon erwähnt, jedes Kapitel in einzelne Dokumente aufzuteilen und in einer Buch-Palette zu verwalten.
Um eine Navigation zu erstellen, muß dann zuerst ein »TOC Style« erstellt werden im Menü Layout – Inhaltsverzeichnisformate (Table of Contents Styles). Hier klicken wir auf »Neu« und können im nächsten Fenster definieren, welche Absatzformate für das Inhaltsverzeichnis benutzt werden sollen. Außerdem kann man so die Verschachtelungen erzeugen die nachher den aufklappbaren Pfeil ergeben.
Wichtig hier: Alle Dokumente des Buches mit einschließen!
Das war alles. Dieses definierte Inhaltsverzeichnisformat wird beim ePub-Export benutzt um die Navigation zu erstellen.
Wie erstellt man nun ein Inhaltsverzeichnis als Textseite z.B. am Anfang eines Buches? Dieses Inhaltszerzeichnis muß leider (bisher) manuell erstellt werden. Und zwar mit Hyperlinks die auf ein Textziel verweisen. Mit CS4 ist es auch möglich, Querverweise zu nutzen. Zuerst muß ein Hyperlink-Ziel erstellt werden. Wir öffnen das Bedienfeld Hyperlinks im Menü Fenster – Interaktiv – Hyperlinks. Jetzt wählen wir den Text an den wir definieren möchten, z.B. den Titel des Kapitels auf das wir verlinken wollen und wählen dann im Kontextmenü des Hyperlinks-Bedienfelds »Neues Hyperlink Ziel« erstellen. Wir gehen so für alle Kapitel vor die wir vorne in unserem Inhalt verlinken wollen. Der Vorteil ist eben, dass die Links nicht auf Seite soundso verweisen sondern auf eine bestimmte Textzeile. In unserem Inhalt doppelklicken wir jetzt unsere Zeile zum Verlinken und wählen aus dem Hyperlinks-Bedienfeld »Neuen Hyperlink erstellen«. Jetzt taucht in der Liste unser vorher definiertes Ziel auf.